Bundeskanzler verbringt Urlaub
in Hannover
Gerhard Schröder will seiner
Familie nicht länger Spekulationen über die wenige gemeinsame
Urlaubszeit des Jahres zumuten. Familie Schröder wird ihren Urlaub
deshalb nicht in Italien, sondern zu Hause in Hannover verbringen.
Regierungssprecher Béla Anda
teilte am 9. Juli die Entscheidung des Kanzlers und seiner Familie mit,
den Sommerurlaub in Hannover zu verbringen. Die Familie möchte ungestört
zusammen sein und sich erholen, erklärte Anda.
Wegen der Äußerungen des
Tourismus-Staatssekretärs im italienischen Wirtschaftsministerium
Stefani war es innerhalb weniger Tage zur zweiten Verstimmung zwischen
den Regierungen Deutschlands und Italiens gekommen.
Bekanntlich hatte Berlusconi am
Mittwoch nach seiner Antrittsrede als europäischer Ratspräsident vor dem
Europäischen Parlament zu dem Vize-Fraktionschef der Sozialdemokraten im
Europaparlament, Martin Schulz, gesagt, er sei perfekt geeignet für die
Rolle eines KZ-Aufsehers.
Bereits am Morgen danach stellte
der Kanzler seiner Regierungserklärung im Deutschen Bundestag folgende
Worte voran: "Der italienische Ministerpräsident hat es für richtig
gehalten, einen deutschen Kollegen des Europäischen Parlamentes
mit einem Nazivergleich zu belegen. Ich stelle hier fest, und ich denke
für das ganze hohe Haus: Dieser Vergleich ist in Inhalt und Form eine
Entgleisung und völlig inakzeptabel. Ich habe die Erwartung, dass der
italienische Ministerpräsident sich in aller Form für diesen
inakzeptablen Vergleich entschuldigt."
In einem Telefonat mit
Bundeskanzler Schröder bedauerte Berlusconi später seine Worte. Ob er
damit die Sache nur runterspielen wollte und bei seiner Meinung blieb
ist ungeklärt.
Stefani hatte am Wochenende in
einem Artikel für die Zeitung "La Padani" pauschal deutsche Touristen
und Touristinnen beleidigt. Er nannte die Deutschen "einförmige,
supernationalistische Blonde", die im Sommer lärmend über Italiens
Strände herfielen.