Siegerland-Wittgenstein
Den Wald vor lauter Bäumen nicht
sehen - das kann einem in der Region Siegerland-Wittgenstein schon mal
passieren. Im waldreichsten Kreis Deutschlands gibt es aber weit mehr
als verwunschene Wälder, wilde Orchideenwiesen und den hügeligen
Horizont, die Wanderern und Bikern als eindrucksvolle Kulisse dienen:
Fachwerkromantik, Brauchtum und Kultur prägen die südlichste
nordrhein-westfälische Ferienregion.
Mehr als 3.500 Kilometer markierte Wege warten
auf Sport- und Freizeitwanderer. Besonderes Highlight ist der
Rothaarsteig, der vom Sauerland durch die Region
Siegerland-Wittgenstein bis zum Westerwald führt. Auf dem bis zu 800
Meter hohen Bergkamm gibt es nicht nur frische Luft sondern auch eine
herrliche Aussicht auf die Mittelgebirgslandschaften (
www.rothaarsteig.de ).
Der Touristikverband Siegerland-Wittgenstein
hält rund 20 Wanderpauschalen rund um den Rothaarsteig bereit,
Etappenvorschläge findet man auch im Wandermagazin "Rothaarsteig -
Sinneslust auf Wanderfüßen". Von zahlreichen Aussichtstürmen kann man
seine Blicke schweifen lassen, ob bis ins benachbarte Sauerland, aber
auch bis ins Rheinland. Wer alte Bergmannspfade zu historischen
Erzbergwerkstollen erwandern und die älteste mittelalterliche
Bergbausiedlung Europas entdecken will, für den gibt es auch dazu
spezielles Kartenmaterial.
Im Siegerland sitzt man an der Quelle mitten
im Naturpark Rothaargebirge - und das gleich drei Mal: Eder, Sieg und
Lahn entspringen hier nicht weit voneinander. Die Quellen zu entdecken
und den malerischen Flussläufen zu folgen, ist vor allem für Radler
und Wanderer ein Erlebnis. Zahlreiche Tages- und Wochenendtouren
werden hierzu angeboten. Die Walderlebnispfade, der Wittgensteiner
Schiefernpfad sowie der Planetenlehrpfad in Bad Laasphe dagegen lassen
sich auch gut zu Fuß erkunden.
Der wohl faszinierendste Weg - nicht nur zu
den Quellen - ist die alte Eisenstraße: Schnurgerade aber mit
eindrucksvollen Hügeln zieht sie sich wie eine Schneise durch den
dichten Wald. Vor rund 2600 Jahren begann hier die Geschichte der
Eisenerzförderung. Die endlosen Wälder lieferten das Holz für die
Schmelzöfen. Noch heute geben Schaubergwerke und Hammerhütten
Einblicke in die Eisenverhüttung. Der in Europa einzigartige Kreislauf
einer Niederwaldwirtschaft ist auch noch heute erkennbar: Am
historischen Hauberg wird alle 18 Jahre das Holz geschlagen, welches
im Meiler verkohlt wird, die Rinde dient zum Ledergerben. Mit der
Holzkohle wird in den traditionellen Backhäusern an den "Backestagen"
Brot gebacken.
Geschichte und Tradition sind auch in den
zahlreichen historischen Stadtkernen erlebbar: Die Innenstadt des
idyllischen Fachwerkortes Freudenberg etwa ist ein begehbares
Schmuckkästchen. Die historischen Stadtkerne von Bad Berleburg, Bad
Laasphe und Siegen mit ihren Schlössern laden zu einem Rundgang ein.
In Siegen lohnt vor allem ein Besuch im Oberen
Schloss, Sitz des Hauses Nassau-Siegen. Die wehrhafte Höhenburg
beherbergt seit 1905 das Siegerlandmuseum, ein Regionalmuseum für
Kunst und Kulturgeschichte. Neben einer umfangreichen Porträtsammlung
der Nassauer und Oranier stellt es auch Gemälde und Grafiken des 1577
in Siegen geborenen Barockmalers Peter Paul Rubens aus. Aber auch
Freunde der modernen Kunst kommen in Siegen auf ihre Kosten - im erst
vor zwei Jahren eröffneten Museum für Gegenwartskunst. In Sachen
Museen hat die Region sowieso einiges zu bieten: etwa das weltgrößte
Radiomuseum und das Pilzmuseum in Bad Laasphe.
Zu den Veranstaltungshighlights in der Region
zählen neben dem Siegener Sommer, die Aufführungen auf der
Freilichtbühne Freudenberg und die Westfälische Musikfestwoche auf
Schloss Berleburg. Und KulturPur, das internationale Musik- und
Theaterfestival, lockt jährlich Zehntausende auf den Giller bei
Hilchenbach. Den berühmtesten Siegener Sohn feiert die Stadt alle zwei
Jahre mit dem Rubensfest.
Ess-Kultur wird in der Region
Siegerland-Wittgenstein ebenfalls groß geschrieben. Bodenständige
Küche mit heimischen Produkten bieten Gast- und Landwirte der Region,
die sich unter dem Motto "Zwischen Rubens und Landluft" zusammengetan
haben. Auch unter dem Markenzeichen "NRW-kulinarisch" kann man hier
regionaltypisch und gut tafeln.
Sportlich hat die Region ebenfalls viel zu
bieten: Neben Wanderern und Radlern kommen hier auch die
Motorradfahrer auf ihre Kosten: im "Roadbook" erhalten sie
Tourenvorschläge. Skihasen finden hier Langlaufloipen und
Abfahrtshänge und Reiter können durch verwunschene Waldpfade traben,
so etwa beim "Drei Quellen zwei Burgen-Ritt".
Weitere Pauschalen, Broschüren und Tipps gibt
es dem Touristikverband Siegerland-Wittgenstein unter Telefon:
0271/333-1022 oder im Internet unter
www.siegerland-wittgenstein-tourismus.de