Zypern aktuell
Zypern: Nach vertaner Chance die Folgen für den türkischen Norden abmildern
Die Bundesregierung bedauerte, dass bei den Volksabstimmungen über einen EU-Beitritt in Zypern nur im Nordteil der Insel ein positives Ergebnis erzielt werden konnte.
Nachdem bei den Volksabstimmungen im griechischen und im türkischen Teil der Insel nur die türkischen Zyprer für die Wiedervereinigung der Insel gestimmt haben, tritt am 1. Mai allein der griechische Südteil der Insel der Europäischen Union bei.
Die griechischen Bewohner der Insel haben eine Wiedervereinigung der beiden seit 1974 getrennten Inselteile nach dem so genannten Annan-Plan der Vereinten Nationen mehrheitlich abgelehnt.
Der Sprecher des Bundesaußenministeriums Walter Lindner erklärt am 26.April vor Journalisten, nun gehe es darum, schnell eine praktikable Lösung zu suchen, die vor allem für den türkischen Nordteil Zyperns die wirtschaftlichen Folgen der Abstimmung abmildern soll.
Lindner wies zugleich darauf hin, dass dabei rechtliche äußerst komplizierte Fragen zu klären seien: völkerrechtlich, wirtschaftspolitisch und europapolitisch.
Am 3.5. wollen die EU-Außenminister in Brüssel über finanzielle Hilfen für den türkischen Teil Zyperns beraten, der nun trotz seines erklärten gegenteiligen Willens nicht der EU beitreten kann.
Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte bereits am Samstag den Ausgang der Referenden bedauert.
Erklärung von Bundesaußenminister Fischer
27.4.04