Welcome to German News - Deutschland Nachrichten und Informationen

Internet-Nutzung in Deutschland steigt weiter -
Zugriff auf elektronische Bürgerdienste stagniert

Deutschland beim E-Government im internationalen Vergleich auf Platz 19 -
32 Länder-Studie zu Government Online von TNS

Bielefeld, 8. Dezember 2003 - Die Internet-Nutzung in Deutschland liegt derzeit bei 53
Prozent und ist binnen eines Quartals um drei Prozentpunkte gestiegen. Dagegen liegt die
Nutzung von E-Government-Angeboten in Deutschland - gemessen an der Gesamtbevölkerung -
bei nur 26 Prozent. Im internationalen Vergleich fällt Deutschland gegenüber dem Vorjahr
um einen weiteren Platz zurück. Von 32 untersuchten Ländern landet die Bundesrepublik
Deutschland bei der E-Government-Nutzung in diesem Jahr auf Platz 19. Nach den
Ergebnissen der internationalen Vergleichsstudie "Government Online 2003", die die
Marktforschungsgrupppe TNS durchgeführt hat, nutzten wie im Vorjahr länderübergreifend
durchschnittlich 30 Prozent der Bürger die elektronische Verwaltung via Internet.

Zwar ist der Anteil der Government Online-Nutzer in Deutschland von 24 Prozent (2002) auf
26 Prozent (2003) gemessen an der Bevölkerung gestiegen, jedoch steht dem ein
rückläufiger Trend unter den Internet-Nutzern gegenüber. In den vergangenen zwölf Monaten
haben 55 Prozent der deutschen Onliner auf E-Government-Angebote geklickt. 2002 besuchten
noch 57 Prozent behördliche Homepages.

"Zwar gibt es beim E-Government Fortschritte und eine Vielzahl von Angeboten ist online,
jedoch werden sie von den Bürgern offenbar kaum wahrgenommen. Die Einbahnstraße vom
Anbieter zum Nutzer kann nur dann zu einem beiderseitig stärker genutzten virtuellen
Datenhighway werden, wenn endlich mehr attraktive Angebote online gehen, die dann -
ebenso wie das Thema Sicherheit - offensiv kommuniziert werden," so Tristan Helmreich,
Senior Research Consultant bei TNS Emnid, zur Situation in Deutschland. "Schließlich ist
das Internet ein interaktives Medium. Diesen Vorteil müssen die Verantwortlichen künftig
konsequenter für das E-Government nutzen."

Im Vordergrund der Nutzung von elektronischen Bürgerdiensten steht mit 21 Prozent (18
Prozent in 2002) nach wie vor die Informationsbeschaffung. Downloads auf behördlichen
Homepages werden von acht Prozent genutzt. Transaktionen zwischen Bürger und Behörde bei
denen persönliche Angaben wie Kreditkarten- oder Kontonummer erforderlich sind, stoßen
mit sechs Prozent Nutzung noch immer auf wenig Gegenliebe. Sicherheitsbedenken geben
daher auch 2003 den Ausschlag: 81 Prozent der Deutschen halten diese Nutzung
elektronischer Behördendienste für unsicher. Weltweit haben durchschnittlich 58 Prozent
Sicherheitsbedenken.

E-Government-Nutzer sind vorwiegend männlich und zwischen 25 und 34 Jahre alt

Von 2001 bis 2003 hat der Anteil der männlichen Government Online-Nutzer stetig von
24 über 26 bis in 2003 auf 31 Prozent zugenommen. Unterdessen bleibt der Anteil der
weiblichen Government Onliner mit 21 Prozent auf gleichem Niveau.

Auffällig ist das Wachstum in der Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen: von 32 Prozent in
2001 steigt der Anteil der Government Online-Nutzer in dieser Altersgruppe im Jahr
2003 auf 46 Prozent an. Auch die Altersgruppen der 35 bis 44-Jährigen und der 55
bis 64-Jährigen steigt leicht an. Anders dagegen in der Altersgruppe der bis
24-Jährigen: hier nimmt der Anteil von 36 Prozent (2002) auf 34 Prozent (2003) leicht ab.

Wie im Vorjahr haben die skandinavischen Länder Dänemark (63 Prozent), Norwegen (62
Prozent) und Finnland (58 Prozent) bei der Nutzung behördlicher Online-Angebote und
Dienstleistungen auch in diesem Jahr die Nase vorn. Den größten Sprung können die
Niederlande von 41 (2002) auf 52 Prozent in diesem Jahr verzeichnen.
Überdurchschnittliches Wachstum auch in Frankreich wo die Nutzung von 25 Prozent auf 35
Prozent stieg.

"Angesichts solcher Zahlen bleibt für das E-Government zu hoffen, dass Initiativen mit
Weitblick verhindern, dass am Ende zwar deutsche E-Government-Angebote online sind, aber
keiner hinklickt," so Helmreich.

In Deutschland führte TNS Emnid die repräsentative Studie "Government Online 2003"
telefonisch bei 1.011 Personen über 14 Jahren zwischen dem 25. und 26. September 2003
durch. Insgesamt wurden von den Sozial- und Meinungsforschern der internationalen
Marktforschungsgruppe TNS (früher: Taylor Nelson Sofres) 31.823 telefonische und/oder
Face-to-Face Interviews in 32 Ländern im Zeitraum von Juli bis Oktober 2003 durchgeführt.


An der diesjährigen Studie "Government Online" haben teilgenommen:
Australien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Färöer Inseln, Finnland,
Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Indien, Irland, Israel, Italien, Japan, Kanada,
Lettland, Litauen, Malaysia, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Polen, Singapur, Slowakai,
Spanien, Südkorea, Taiwan, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA.
Der vollständige Report "Government Online 2003" sowie der Länderreport für Deutschland
stehen unter www.tns-emnid.com  zum Download zur Verfügung.


TNS Emnid, Markt-, Media- und Meinungsforschung in Bielefeld, ist das deutsche Institut
der internationalen Marktforschungsgruppe TNS, dem weltweit drittgrößten
Marktforschungsunternehmen. Als Full-Service-Institut ist TNS Emnid kompetenter Partner
für bundesweite Studien und internationale Forschungsvorhaben. Mit modernsten und
qualitativ hochwertigen Methoden und Instrumenten der Marktforschung generiert TNS Emnid
mit der gesamten Methodik vom Face-to-Face Interview über telefonische Befragungen bis
hin zu Online aktuelle und exklusive Marketinginformationen. TNS Emnid gehört zu den Top
Five der Marktforschungsinstitute in Deutschland.


Kontakt und weitere Informationen:
t +49 (0)40 236 983 27
f +49 (0)40 236 983 10
e tristan.helmreich@tns-emnid.com
www.tns-emnid.com

 

(gb 8.12.03)