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Oktoberfest 2016 mit Rucksackverbot und kompletter Umzäunung?

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Josef Schmid (CSU) und Toni Roiderer

Oktoberfest 2016 ohne Rucksack aber mit Bier nach dem Reinheitsgebot

In diesem Jahr findet in der ersten Wiesnwoche im Südteil des Oktoberfestgeländes das Zentral-Landwirtschaftsfest statt, bei dem sich die bäuerliche Wirtschaft präsentiert und das ZLF ist umzäunt und kostet Eintritt. Bei der Umzäunung des ZLF hat im Vorfeld niemand daran gedacht, dass dies einmal mehr Sicherheit bringen wird. Besucher des Traditionszeltes, dieses steht auf dem ZLF wegen fehlens der Oidn Wiesn, haben also einen guten Grund auf die Wiesn zu gehen und sich die Maß schmecken zu lassen. In diesem Jahr ist die akute Sicherheitslage auf dem Oktoberfest natürlich etwas angespannt. Gab es doch vor kurzem einige Amokläufe und Anschläge, wenn auch in München "nur" ein verwirrter und scheinbar fortwährend gemobbter Aussenseiter zum Amoklauf ansetzte und 8 Menschen töte und viel Leid erzeugte, bevor er sich selbst richtete.

Kein Wunder also, dass sich der Stadtrat der Landeshauptstadt über die Parteigrenzen hinaus, über die Sicherheitslage mit Experten zusammensetzt und alle denkbaren Möglichkeiten durchspricht, die zu mehr Sicherheit führen sollen. Dabei sind sich wohl alle Beteiligten klar, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt und wenn nicht auf dem Oktoberfestgelände, dann halt ausserhalb des Geländes es zu einer Tat kommen kann. München kennt derartige Leiden ja schon länger und die Bevölkerung geht damit so um, wie es wichtig ist, damit umzugehen. Ruhe bewahren und sich von Irren und Terroristen sich das Leben nicht verleiden lassen. Es wird immer wieder gefeiert und das zu recht.

So ist derzeit im Gespräch, Rucksäcke auf der Wiesn nicht zuzulassen oder den letzten Teil des Geländes abzusperren. Dass die Polizeikräfte während des größten Volksfestes an ihrer Zahl erhöht werden und es zu vermehrten Kontrollen kommt, ist nur verständlich. Es gebe „keine Denkverbote“, sagte Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) heute am Donnerstag bei der Pressekonferenz im Münchner Stadtmuseum.

Auf die Frage, ob sich die Stadt auch um die innere Sicherheit beim Thema "Glyphosat im Bier" kümmert und darauf achtet, dass kein Glyphosat im Oktoberfestbier sich befindet, gab es schon deutlichere Worte, die allerdings die meisten Anwesenden nur zum Schmunzeln brachte. Denn die Kontrolle darüber, ob das Bier auf dem Oktoberfest glyphosatfrei sei, wird von den Stadträten und von einem Bier Somelier geprüft, so Josef Schmid. Dass die Münchner Stadträte so viel von Glyphosat verstehen, dürfte allerdings bezweifelt werden. Schließlich gibt es bis dato noch keinen Aufschrei, trotz 500 Jahre Reinheitsgebot im Jahre 2016, dass das reine Bier mittlerweile verunreinigt ist. Das Münchner Umweltinstitut hat selbst im Augustiner Bier, eines der beliebtesten Biere in München, 0,46 Mikrogramm Glyphsoat gefunden. Ein Wert am Ende der Liste der 14 getesteten Biere, aber immerhin. Auch diese Menge lag noch deutlich über dem Trinkwassergrenzwert, der für einzelne Pflanzenschutzmittel bei 0,1 Mikrogramm im Wasser liegt. Das Bewusstsein Bier ohne Pestizidanteil zu erhalten, ist im Münchner Stadtrat also noch nicht sehr weit gediehen. Man kann schon eher von Verdrängung des Problems sprechen.

Immerhin rechnet die Stadt wieder mit über 6 Millionen Oktoberfestbesuchern und wenn Glyphosat krebserregend ist, dann könnte es mit der Bierfreude ganz schnell vorbei sein, wenn München sich mit den Münchner Brauereien nicht wehrt und den Herbizideinsatz in der Nähe von Hopfen und Gerste weiterhin geduldet und/oder einfach als Tatsache verdrängt wird. Die bayerische Staatsregierung hat schließlich einige genmanipulierte Felder zugelassen und den Einsatz von Monsantos Glyphosat bisher auf keinem Feld in der Nähe von Hopfen und Gerste verboten.

Wenn schon Prävention und Sicherheit, dann sollte diese auch beim Bier gelten und nicht nur um das Wiesngelände herum. Schließlich heißt es "Sicherheit für Leib und Leben".

Freuen wir uns trotz aller nötigen Sicherheitsauflagen auf eine schöne und beschwingte Wies'n in München. Es bleibt uns eh nix anderes übrig.

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